Salkantay-Trek

Neben dem klassischen Inka-Trail entwickelt sich der Salkantay-Trek zu der beliebten Alternative, zu Fuß zum Macchu Picchu zu kommen. Diesen Trail habe ich über fünf Tage in der letzten Woche absolviert.

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Morgens ging es um halb sechs in  der Frühe mit einem Kleinbus nach Mollepata, wo es Frühstück gab. anschließend fuhren wir nur noch über eine Piste immer bergauf bis nach Soraypampa, einer flachen Ebene in den steilen Tälern. Hier war großer Trubel, überall wurde gebaut, aber nur weniges war fertig. Man war sich anscheinend über das touristische Potential der Berge bewusst. So stiefelten auch viele peruanische Tagesausflügler in leichter Kleidung und zum Teil mit lauten Bassboxen am Rucksack hinauf zur Lagune des Humantay auf 4250m Höhe.

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Auch hier war der Geltscherrückgang wieder deutlich zu sehen, nur noch wenige Eiszungen ragten vom Berg herunter. Trotzdem war der Blick über die Lagune beeindruckend. Weil der schmale Platz an der Spitze des Sees mit hunderten andeen Touristen geteilt werden musste, kletterten wir die linke Seitenmoräne hoch, von wo aus sich ein noch beeindruckender Blick bot.

Nach dem Rückweg nach Soraypamapa bogen wir bergauf ab, während die Tagestouristen zu ihren Bussen an den Parkplätzen talabwärts mussten. Jetzt kehrte etwas mehr Ruhe ein und wir erreichtn nach kurzer Wanderung unseren Zeltplatz Quiswarniyoc.  Am Nachmittag riss es noch etwas auf und wir hatten auf dem Aussichtspunkt kurz oberhalb des Zeltplatzes noch einen imposanten Blick auf den Nevado Salkantay.

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Zweiter Tag

Nebelig fünf Uhr morgens.

Nach dem Koka-Tee und Frühstück stapfen wir los ins grau. Auf dem ersten Plateau zückt Juan, unser Guide, ein Fläschchen mit Zuckerrohrschnaps. Alle stellen sich im Kreis auf und er schüttet jedem ein paar Tropfen in die Hände. Gemeinsam klatschen wir die Hande, der Schnaps spritzt und wir atmen dann die Alkoholdämpfe ein. Juan verspricht uns, dass jetzt das Wetter besser werde und wir Kondore und den Salkantay sehen werden.

Über zwei weiteren Stufen geht es weiter hoch auf den 4630m hohen Pass Abra des Salkantay.

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Alles Götter-Anbeten hat nichts genutzt, wir stehen weiterhin im Grau, dazu weht ein kalter Wind die Wolken aus dem Tal über den Pass. In der Ferne hören wie die Lawinen vom Salkantay herunterschlagen, aber sehen können wir nichts. Also den Abstieg beginnen und ins Tal zum nächsten Zeltplatz Chawllay. Regenzeug an und hinab zum Mittagessen. Plötzlich lassen wir die Wolkendecke über uns und rechts von uns breitet sich ein üppig grünes Tal aus, an dessen Grund  ein rauschender Fluss sich hinzog. Wir mussten das Regenzeug ausziehen, um nicht total ins Schwitzen zu kommen. Wir waren über den Pass in eine andere Vegetationszone gelangt. Um uns herum war nun alles grün und nass, die Pflanzen üppig nach der kargen Vegetation beim Aufstieg.

Auf 2900m erreichten wir unseren Zeltplatz an einer beeindruckenden Kreuzung von vier Tälern.

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Dritter Tag

Jetzt ging es nur noch abwärts, und es wurde immer wärmer. Schmetterlinge begleiteten uns auf einem tollen Pfad durch das Tal des Rio Sacsara. Ab Playa Sahuayacco ging es mit einem Minibus auf atemberaubender Piste weiter, den Fluss auf ein Paar alten Bohlen überwindend. Der Vorderreifen unseres Bus gab dann auch bald auf und ließ seine Luft raus. Der Fahrer wechselte den Reifen mit erstaunlicher Routine unter den kritischen Augen der Gruppe.

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In Santa Teresa war unser dritter Schlafplatz. Mittlerweile war es richtig tropisch warm. Den Nachmittag verbrachten wir im strömenden Regen in den aguas calientes, de heißen Quellen von Santa Teresa.  Am Abend war Party geplant, schnell gab es Runden von Tequila und komische Party-Spielchen, die man von Skireisen kennt.

Vierter Tag

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Der Tag sollte uns nach Llactapata bringen, von wo aus man das erste Mal Macchu Picchu erblicken kann. Nur am morgen war es klar, so dass wir die 700m Aufstieg in einem flotten Tempo absolvieren mussten. Dabei musste ich meinen ganzen Ehrgeiz herausholen, um mit den jungen Leuten in meiner Gruppe, die meist nur halb so alt waren wie ich, mithalten zu können. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt, wir hatten einen tollen Blick auf Macchu Picchu, wenn auch in großer Entfernung. Der Weg verlief weite Teile auf dem alten Inka-Pfad, und wir erfuhren vieles über die Inkakultur von Juan.

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Dann ging es wieder 810m nach unten nach Hidroelectrica, einer kleinen Siedlung bür den Bahnhof und das Elektrizitätswerk. Von hier aus ging es eben an den Bahngleisen entlang zehn Kilometer nach Aguas Calientes. Die Höhenmeter und das Tempo steckte mir aber in den Knochen. trotzdem war der Marsch durch das Tal des Urubamba und die üppige Vegetatation ein Erlebnis. Nach den insgesamt 27km des Tages waren alle ziemlich kaputt.

Fünfter Tag: Macchu Picchu

Der Wecker klingelt um halb vier. Abmarsch um vier, um sich um halb fünf in die Schlange am ersten Kontrollposten an der Brücke über den Urubamba einzureihen. Wir waren dann auch die ersten in der Schlange. Wenn man früh nach Macchu Picchu kommt, kann man Fotos in der ersten Morgensonne ohne die Touristenmasseb machen. Und so war es denn auch: nach dem Aufstieg über mehr als tausend Treppenstufen wurden wir ab sechs Uhr früh eingelassen, und wie auf Bestellung kam die Sonne hinter dem Berg hervor und beleuchtete das Heiligtum in warmen Licht.

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Ich habe ja im Vorfeld überlegt, ob ich eigentlich nach Macchu Picchu muss, wo doch die ganzen Touristen-Massen hinwälzen. Ich muss aber sagen, es hat sich gelohnt. Die Lage der Ruinen ist wirklich einmalig, die Berge der Umgebung haben schon etwas magisches.

So wollten einige von uns noch auf den 3060m hohen Macchu Picchu Mountain mit 2780Treppenstufen. Das war richtig hart, sie liefen fast senkrecht den Berg hoch, in einer Steilheit, die kein Bergpfad erreicht. Als wir nach ca. 2 Stunden den Gipfel erschöpft erreichten, hatten wir nur: Wolken. Der erhoffte Blick blieb uns verwehrt. Trotzdem gab es beim Abstieg noch ein paar schönem Blicke in das Urubambatal und auf die Ruinen. Wir waren aber richtig erschöpft von den Tagen auf dem Trek. Fast 90km lagen hinter uns, und das frühe Aufstehen ließ uns die Augenlider zufallen.

Um 18 Uhr saßen wir im Zug nach Ollantaytambo. Zum Glück konnten wir im Hostal vorher noch duschen, die Kleidung war komplett durchgeschwitzt. Um 22 Uhr  waren wir wieder in Cusco.

Der Salkantay-Trek war eine tolle Erfahrung. Der Weg war super vielfältig und führte durch ganz verschiedene Landschaften und Klimazonen. Die Organisation durch die Agentur Macchu Picchu Reservations war super und vor allem die Führung durch den Guide Juan  kompetent und lustig. Und wenn es mal nicht so lief, halfen seine Kokablätter.

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