Militärputsch in Myanmar

Ich bin entsetzt über die Ereignisse in Myanmar. Am 1. Februar putschten die Militärs aus Myanmar die demokratisch gewählte Regierung zum zweiten Mal seit 1962 und errichteten eine Militärdiktatur übelster Art. Aber die Bevölkerung ist eine andere als 1962: Sie ist international und sich der Wirkung der sozialen Medien bewusst. Sie ist gebildeter und vernetzter. Sie stellt sich jetzt seit über einem Monat der Polizei und Militär entgegen, obwohl auf sie scharf geschossen wird.

Ich hoffe, dass sie einen langen Atem haben. Es ist völlig unklar, wie die Demokratiebewegung von außen unterstützt werden kann. Es scheint alles von China abzuhängen, die die Militärs unterstützen. China ist sicher kein Freund der Demokratie, wünscht sich aber stabile Verhältnisse.

Die Auseinandersetzungen in Myanmar werden genauso wie die Proteste in Hongkong und in Thailand die Frage entscheiden, welche Zukunft die Demokratie in Süd-Ost-Asien hat. Myanmar ist sicher geopolitisch unbedeutend, aber die Symbolkraft im Kampf für oder gegen die Demokratie ist groß.

Meine Solidarität gilt den mutigen Menschen, die sich den Bewaffneten mit Phantasie entgegenstellen. Ich habe das Land vor zwei Jahren bereist und es macht mich traurig, diese Entwicklung zu sehen.

Bild: Im Morgengrauen werden Lebensmittel ins nächste Kloster gebracht.