6.023081 S; 77.887339 W

Es regnet, es gießt, es schüttet, es prasselt, es fließt, es durchnässt. Es gibt kein halten mehr. Die Jacke ist schnell durch, am längsten halten die Trekking-Schuhe durch, aber auch sie geben auf. Die Wollsocken saugen sich voll; es macht nur noch „quitsch-quatsch“.
Je näher ich dem Gocta -Wasserfall komme, desto feuchter wird es. Die Feuchtigkeit kommt von oben und unten, von allen Seiten. Ich habe mich 30km nördlich von Chachapoyas aus dem Minibus rausgelassen. Eine Schotterstraße zeigt nach oben, meine Nachfrage bei der ebenfalls ausgestiegenen jungen Frau bestätigt, dort geht es nach San Pablo. Eine Stunde Aufstieg, dann komme ich nach dem kleinen Bergdorf, ich zahle 20 Soles Gebühr und unterschreibe ein Formular, dass ich mir über die Gefahren meines Weges bewusst bin, oder so ähnlich.
Beim Marsch aus dem Ort fängt es schon an zu regnen. Nach weiteren 1 1/2 Stunden und 4,5km erreiche ich den Mirador: ich kann den Wasserfall sehen, zumindest durch eine Nebelwand aus feinen Regentropfen.

Unter mir geht es 500m nach unten. Nur nicht abrutschen, vor zwei Jahren ist ein koreanischer Tourist zu Tode gestürzt. Ich will noch weiter bis zur ersten Stufe des Cateracta gehen, die Amerikaner, die mit auf dem mirador stehen, sagen es würde sich absolut lohnen. Je weiter ich gehe, desto dunkler wird es, dabei ist es erst halb zwei. Der Regen macht es dunkler, der Regenwald wird dichter.

Nach weiteren 30min, ich glaube ich war nach Entfernungsmesser 500m vor dem Ziel, kehre ich um. Es wird mir zu unheimlich, ich glaube ich bin nur noch de einzige auf dem Weg. Der hat sich mittlerweile in einen Bergbach verwandelt. Nach weiteren zwei Stunden erreiche ich wieder San Pablo und stürze in das Registrierungszentrum. Zum Glück habe ich noch meine windstopper Jacke im Rucksack, die noch halbwegs trocken geblieben ist. Gleich hielt ein mototaxi, das mich wieder ins Tal des Utcobamba bringt. Zum Glück hält auch bald ein minibus an der Straße nach Chachapoyas. Aber mittlerweile bin ich nicht nur nass, sondern auch durchgefroren.
Den nächsten Tag verbringe ich mit Halsschmerzen im Bett.

Das Wissenswerte über den Gocta-Wasserfall habe ich auf der Wikipedia zu Gocta Seite ergänzt. Endlich habe ich auch mal Zeit, Wikipediaartikel zu bearbeiten, was ich immer schon mal tun wollte.
Zwei Tage später startete ich einen neuen Anlauf, diesmal über die Südseite des Tales mit Ausgangspunkt Cocachimba. Diesmal sah das Wetter vielversprechender aus. Auch dei Sonne lies sich mal blicken. Ein traumhafter Weg, erst durch Zuckerroh-Felder, dann wieder durch den immer dichter Werdenden Regenwald. Und dann stand ich davor, über 500m Wassersäule nach oben.

Der zweite Versuch hat sich nochmal richtig gelohnt, eine ganz andere Perspektive als von der ersten Stufe.
