Huaraz

9,5305 S, 77,5238 W

Cordelliera Blanca, die mittlere Andenkette ist das höchstgelegene tropische Hochgebirge der Welt. Mehrere hundert 6000er stehen hier herum. Ein Paradies für Bergsportler. Morgen werde ich auf den viertägigen Santa-Cruz-Trail aufbrechen, eines der schönsten Trails weltweit, sagt man. Ich werden berichten.

Ich suche ja immer gerne nach Zusammenhängen und Bezügen von dem, was ich sehe. Und in Huaraz sind die schmelzenden Gletscher auch ein riesiges Problem.

Am frühen Morgen des 13. Dezember 1941 stürzte ein riesiger Eisturm in den 23 km nordöstlich der Stadt auf 4566 m gelegenen Palcacocha-See und führte zum Bruch des Moränenwalls, der den See talwärts begrenzte. Die Flutwelle durchbrach auch den talabwärts liegenden Jiracocha-See, stürzte das Cohup-Tal hinab und riss Erde, Pflanzen und Felsen mit sich. Innerhalb von 15 Minuten erreichte die Schlammlawine die Stadt Huaraz, wo gegen 6:45 Uhr rund 400.000 m³ Schuttmaterial weite Teile der Stadt zerstörte und 5.000 bis 7.000 Menschen tötete.

(Quelle: wikipedia.de)

Das kann sich jederzeit wieder ereignen, weil durch die Gletscherschmelze die Wahrscheinlichkeit größer wird, dass Eisbrocken abbrechen und sich die Katastrophe von 1941 wiederholt. Durch den Klimawandel scheint es sogar deutlich gefährlicher. Germanwatch hat einen Bergführer und Kleinbauern, Saul Luciano dabei unterstützt, nach dem Verursacherprinzip den deutschen Energiekonzern RWE zu verklagen, damit dieser sich, entsprechend seinem Anteil an der CO2 Emission, an den Kosten für die Verbauungsmaßnahmen zum Schutz vor einem weiteren Bergsturz beteiligt. Die Klage vor dem Landgericht Essen wurde in erster Instanz abgewiesen, aber man ist in Revision gegangen, da ja eine Grundsatzentscheidung herbeigeführt werden soll, ob Energiekonzerne auch Folgekosten für ihr unternehmerisches Handeln tragen müssen.

Hier die ganze Geschichte:

Klage von Saul Luciano

An diese Geschichte zeigt sich, wie die Dinge in unserer globalisierten Welt zusammenhängen. Bergstürze werden durch den Klimawandel mehr werden. Und dann lese ich heute in Tagesschau.de, dass die deutsche Bundesregierung eine duropaweite Ausweitung der CO2-Reduzierung auf mehr als 30% verhindern will. Wenn ich wie heute auf dem plaza de armas in Hiaraz stehe und zu den Bergen hinauf schaue, denke ich, wann wohl die Lawine kommt. Und es macht mich wütend, dass die Deutschen zum Bremser in der Klimapolitik geworden sind.