Ende der 70er Jahre wurde im Rio Madre de Dios Gold gefunden. Da der Fluss aus den Anden kommt, werden jedes Jahr, besonders in der Regenzeit, große Mengen Gold aus dem Gestein der Anden in die Selva geschwemmt. Das Gold lagert sich in den Flusssedimenten ab.
Das Gold wird nun einerseits mit großen Baggern lizensiert aus dem Fluss geholt, und andererseits von illegalen Golduchern, z.T. mit einfachsten Mitteln und Sieben gewonnen. Durch den illegalen Abbau sind dem Peruanischen Staat ca. 50 Millionen Soles Steuereinnahmen entgangen. Dem Goldabbau sind schon 18.000ha Regenwald zum Oprer gefallen (1).
Für die Gewinnung des Goldes wird das Amalgamverfahren, bei dem große Mengen Quecksilber in die Umwelt gelangt, angewendet. Jährlich werden rund 450t Quecksilber verwendet, dass sich in der Nahrungskette, v.a. in den Fischen, anreichert.
Beim Amalgamverfahren wird die Legierungsbildung zwischen Gold und Quecksilber zu Amalgam genutzt. Zur Goldgewinnung und -reinigung werden goldhaltige Sande und Schlämme intensiv mit Quecksilber vermischt. Das Gold, aber auch eventuell andere vorhandene gediegene Metalle wie Silber lösen sich dabei im Quecksilber. Goldamalgam hat eine silberne Farbe; je nachdem, wie viel Quecksilber im Überschuss vorliegt, ist es flüssig bis pastös teigig und der Schmelzpunkt der Legierung ist geringer. Amalgam und Quecksilber sammeln sich wegen der hohen Dichte am Gefäßgrund, das Quecksilber fließt ab. Durch Erhitzen des Amalgams (wie bei Feuervergoldung detailliert beschrieben) verdampft das Quecksilber und zurück bleibt kompaktes Rohgold.
(2) https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gold#Amalgamverfahren


Untersuchung: Mercurio en PeCes de pozas minerAs en madre de dios, perÚ
Centro de Innovación Científica Amazónica
Die Untersuchung hat ergeben, dass in den Minengebieten der Fisch 43% höher mit Quecksilber belastet ist als in nicht vom Goldabbau betroffenen Gebieten.
Die Anreicherung des Quecksilbers ist in allen untersuchten Orten nachweisbar. besonders bei den Fleisch fressenden Fischen überschreitet er deutlich den Grenzwert. Bei den allesfressenden und pflanzenfressenden Fischarten lag er niedriger.
Der Verzehr besonders von fleischfressenden Fischen birgt ein besonderes Risiko für den Menschen (3).
Vor Ort wird mir immer wieder gesagt, dass die Goldschürfer die Polizei besticht und deutlich besser bezahlt, als der Staat. Auch punktuelle Aktionen des Staates wie die Zerstörung von Baggern führt immer wieder zu Protesten (1). Obwohl Grenzwerte überschritte werden, Gold ohne Lizenz geschürft wird und Schutzgebiete missachtet wreden, bleibt die regulierende Staatsmacht aufgrund der allgegenwärtigen Kurruption tatenlos. Das Gebäude der staatlichen Regionaldirektion für Minen wirkt auch entsprechend mickerig.
Quellen:
(1) vgl.: Herrmann, Frank: Peru, Reisehandbuch, Ostfildern, 2018; S. 287
(2) https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gold#Amalgamverfahren
(3) CINCIA, Centro de Innovación Científica Amazónica: Mercurio in Pesces, Bröschüre Resumen de Investigacion, Puerto Maldonado, 2018, CC by-nc-nd 4.0


Fast wie in Tirana 🙂
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