Heute bin ich auf die Wanderung zu den „Füßen des Tatamá“ – Nationalparks gegangen. Während ich den glitschigen Pfad hinter meinen Führer her ging, habe ich mich an das Buch von Alexander von Humboldt erinnert, das ich gestern zuende gelesen habe.

Die Autorin Andrea Wulf hat ihren Epilog auf das zuvor geschriebene mit den Worten beendet: „Man schützt nur das, was man liebt“. An diese Worte musste ich beim matschigen Aufstieg durch den tropischen Regenwald am Tatamá-Regenwald an der Westkollodiere der Anden denken.

Sie hat gefragt, was an Humboldt heute noch aktuell sei? Er hat sich als Gesamt-Gelehrter gesehen, der die großen Zusammenhänge gesucht und beschrieben hat. Er hat die Zusammenhänge der Natur global beschrieben, aber auch die Zusammenhänge in der Beziehung zwischen Mensch und Natur. Und darüber hinaus auch noch die emotionale Beziehung des Menschen zur Natur, inspiriert von Goethe.

Die Wissenschaft ist einen anderen Weg gegangen. Sie hat sich in immer ausdifferenziertere Fachdisziplinen aufgeteilt, sich von anderen abgegrenzt. Das Emotionale wurde ganz aus der Wissenschaft verbannt.

Die aktuelle menschengemachte Klimakrise verlangt jetzt allerdings wieder ein vernetztes Denken. Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen müssen zusammenarbeiten, um das komplexe System Klima zu bearbeiten. Ob nicht auch wieder mehr Emotionalität und Leidenschaft nötig ist?
Die These scheint richtig zu sein, man schützt nur das, was man liebt.
