Tatacoa

Die rote Tatacoa

Nein, es ist keine Wüste. Obwohl sie ‚Desierto‘ heißt, Desierto de Tatacoa. Sie ist aber heiß, sehr heiß. Wir sitzen im Schatten eines Baumen, und es ist zu heiß zum lesen. Ein Sprung in den Pool wäre auch keine Abkühlung. Kathrin kann sowieso nicht schwimmen, weil sie sich am Vorabend einen Riss im Oberschenkel zugezogen hat, als die kleine Hollywoodschaukel zusammenbrach, auf der wir saßen. 

Es wird über 40 Grad heiß

Am Vormittag sind wir mit dem TucTuc von Claudia in die Tatacoa gefahren. Es ist keine Wüste, sondern ein tropischer Trockenwald, der sich durch die Auffaltung der Ost-Kollidiere in einen Regenschatten verwandelt hat. Trotzdem fallen noch mehr als 1000mm Regen pro Jahr, mehr als in Hamburg. Durch die hohe Durchschnittstemperatur bleibt die Verdunstungsrate aber höher als der Niederschlag. Der Regen hat skurrile Gesteinsformationen geschaffen: Hohe Gesteinstürme, ‚etorakes‘, die von Zeit zu Zeit einstürzen.  Wir wandern mit unserem ‚guia‘ durch ein rotes Gesteinslabyrinth, in der nur Akazien und Kakteen wachsen. 

„Etorakes“

Die Tatacoa ist in den roten und den grauen Teil untergliedert, benannt nach den Farben der Gesteine. Wir erfahren, dass sie ursprünglich von einem prähistorischen Regenwald bedeckt war, was Fossilienfunde belegen. Große Pflanzenfresser wie der ‚Toxodonte’ legen nahe, dass vor 13 Millionen Jahren hier große Mengen an Grünfutter vorhanden sein mussten, um die vorzeitlichen Tiere zu ernähren. (1) Der Blick über das karge Land zwischen den beiden Anden-Bergketten ist beeindruckend.  Zerklüftete Formationen, die der Regen geschaffen hat. 

Tatacoa ist keine Wüste, sondern ein tropischer Trockenwald

Villavieja ist das kleine kolonial geprägte Städtchen am Eingang der Tatacoa. Wir wandern die wenigen Kilometer dorthin und erkunden die niedrigen, einstöckigen Kolonialhäuser. Die Eingangstüren geben den Blick auf den weiten Patio frei, der sich hinter jeder Fassade befindet. 

Der Magdalena, der längste Fluss Kolumbiens

An der Menge der Bierflaschen auf den Tischen erkennt man, dass es Sonntag ist. Aus den Kneipen dringen theatralische ‚Ranchero‘-Lieder, die Bierflaschen werden nicht abgeräumt. Eine Gruppe Männer versucht einen angetrunkenen Kumpel hinten auf ein Motorrad zu hieven, was er selber nicht mehr schafft. 

Wir sitzen am Magdalena-Ufer, schauen auf die kleine Fähre mit dem Außenborder, die Personen und Motorräder über den größten Fluß Kolumbiens transportiert. Morgen wollen wir auch die Fähre nehmen, um auf der anderen Seite in Apia den Bus in Richtung Bogotá zu nehmen. Wir wissen noch nicht genau, wie weit wir unsere Koffer auf der Piste zur Bushaltestelle ziehen müssen. Am Zentralplatz sprechen wir Claudia an, dass sie uns morgen um 6.30 Uhr am Hotel abholt und uns zur Fähre bringt. 

Die graue Tatacos

Es ist heiß in Tatacoa. Wir gehen nicht mehr unter den Baum zum lesen, sondern in unsere „Hütte“ und schalten die Klimaanlage an. Das Blechdach lässt die Hitze richtig sammeln. Auch nachts müssen wir die Klimaanlage laufen lassen. In der Hütte gegenüber macht man Wochenende auf kolumbianisch: Mehrere Leute schließen die Hütte und setzen sich bei lauter Musik in den Jacuzi und trinken Bier. 

Wir entschließen uns, einen Tag früher nach Bogotá zu fahren. Zu unserer Überraschung können wir die große Hitze gar nicht mehr zu gut ab. Morgens regnet es, die Piste ist voller Pfützen und verschlammt.  Claudia holt uns mir ihrem TucTuc ab. Sie rät uns, nicht mit der Fähre über den Magdalena zu setzen, weil es unsicher ist, wie die Piste auf der anderen Seite aussieht und ob es dort Motorräder gibt, die uns zum ‚Terminal‘ bringen. Unsere Rolltaschen wollen wir nicht durch den Schlamm ziehen. Also entscheiden wir uns, mit dem ‚Kleinbus‘ nach Neiva zu fahren, um den dort abfahrenden Bus zu nehmen, ein Umweg von zwei Stunden. 

Leguan am Plaza Principal in Villavieja

Ich lasse mich gleich von einem Mann ansprechen, der uns zu einem Schalter bringt, wo ich eine Fahrkarte nach Bogotá kaufe. Ich versäume es leider nach der Geschwindigkeit des Bus zu fragen. Wir haben offenbar einen sehr langsamen Bus bekommen, unterwegs überholen uns immer wieder die großen schnelleren Busse. Unser kommt selten über 70km/h. In Bogotá stehen wir noch 2 Stunden im Stau, bis wir den Terminal Salitre erreichen. 

(1) https://elexpreso.co/hoy/hallazgo-historico-revela-nueva-especie-prehistorica-en-el-huila/

Lage der Tatacoa

Hinterlasse einen Kommentar