
Drei Wochen Sprachkurs in San Sebastian, Donostia.
Von hier gibt es hauptsächlich Fotos von mir.
Ein Jahr auf Reisen sein.

Drei Wochen Sprachkurs in San Sebastian, Donostia.
Von hier gibt es hauptsächlich Fotos von mir.
Auf diesem Youtube-Video stelle ich unsere Reiseroute vor:
Diashow Albanien, die Reiseroute
Im Blogteil werde ich dann meine Eindrücke über das Land etwas zusammenfassen. Diesen Teil werde ich Schritt für Schritt ergänzen. Also immer mal wieder auf diesen Beitrag schauen.
Die Mountainbikes vom Trailer herunterladen, Sachen in die Tasche stopfen: Ersatzschlauch, Windjacke, geschmierte Brote, Gopro, Fotoapparat. Am Abzweig zeigt ein uraltes Hinweisschild auf alle Dörfer auf der Straße. Das Hinweisschild ist handgemalt und abgeblättert. Es geht gleich steil zur Sache, kleinster Gang, Schotter führt uns aus dem Ort an der albanischen Reviera in die Berge.

Fterre ist unser Ziel, ein kleines Dorf, dessen Bilder wir auf einer Ausstellung in Gjirokaster gesehen haben. Der österreichischer Fotograf Robert Pichler hatte den Ort und die Menschen in den 90er Jahren kurz nach dem Ende der kommunistischen Diktatur porträtiert. Dann haben wir noch eine Broschüre der GIZ, der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit, über den Ort gesehen und unsere Neugier geweckt.
Wir schrauben uns mit unseren Mountain Bikes aus der Stadt Borsh an der mittelalterlichen Festung vorbei nach oben. In den Bergeinschnitten strömen die Bergbäche hinunter. Wir fahren auf einer Schotterstraße nach oben, kaum ein Auto begegnet uns.

Vorbei an Olivenhainen, Granatäpfe- und Orangenbäumen. Der Weg scheint nicht lang zu sein, aber jeder Taleinschnitt muss mitgenommen werden. Also geht es wieder ziemlich hinunter, um anschließend wieder kräftig hinauf zu gehen. Am letzten Pass dann endlich der Blick auf Fterre, die Brote sind aufgegessen, das Wasser getrunken.
Der alte Ortskern von Fterre liegt auf einem Felssporn über dem Tal. Hier gehen nur Fußweg hinein, wir müssen die Mountain Bike stehen lassen, die MTB-Schuhe gegen die Tevas tauschen.

Einen steilen Stieg folgen wir hinunter, an unbewohnten Gehöften vorbei, die roten Weintrauben pflückend, bis zu einer Weggabelung. Hier treffen wir auf einen uralten Mann, der uns freundlich begrüßt und uns vorangeht. Wir folgen. Kommunikation nur über Gesten. Über rund gelaufenen Steine, an Enten die im Wasser spielen vorbei, kommen wir ins Dorf. Der alte Mann öffnet die Eisentür und winkt uns hinein. Er bietet uns zwei Stühle in dem weiß getünchten Innenhof und da sitzen wir nun.
Scharfe Kommandorufe schallen von ihm ins Haus. Ob wir einen Kaffee wollen, scheint er zu fragen (die Kommunikation ist immer noch sehr schwierig). Irgendwann erscheint ein Mann mit zwei Gläsern Buttermilch in der Hand, wahrscheinlich sein Sohn. Gastfreundschaft wird in Albanien großgeschrieben.Verständigen können wir uns leider nicht. Kein Wort Englisch steht zur Verfügung.

Alles ist blitzblank aufgeräumt. Der Müll liegt in Albanien nur außerhalb der Häuser. Wovon leben diese Menschen hier, in einem Dorf, das nur zu Fuß zu erreichen ist? Die Straße war schon eine Zumutung, nur mit dem Landrover zu fahren, aber ins Dorf kommt man wirklich nur auf eigenen Füßen.
Wieder zurück an der „Fahrstraße“ kommt ein alter Mercedes-Kastenwagen, mit den Lebensnotwendigen. Ich frage mich, wie er mit diesem alten Auto die felsige Straße, die uns erwartete, geschafft hat. Das muss doch Stunden gedauert haben, ohne einen Achsbruch riskiert zu haben.
Wir tauschen wieder unsere Sandalen gegen die MTB-Schuhe und machen uns auf den Weg zum Pass, um auf der anderen Seite des Tales zurück nach Borsch zu fahren; sieben Kilometer zeigt uns das Garmin. Sieben lange Kilometer. Immer wieder müssen wir aus dem Sattel um zu schieben, weil der Schotter auf der Straße zu weich ist, um mit den MTBs fahren zu können.

Auf der anderen Seite des Tales geht es wieder 15km hinunter nach Borsch. 15km von Europa entfernt, 15km im TimeTunnel. In einer Landschaft der Ungleichzeitigkeiten: Einerseits der 4WeelDriveToyota, der sich mühselig den Weg hochkämpft, gleichzeitig beladen mit Holz für den heimischen Kochofen, wie im Mittelalter. Wie kommt eigentlich der Junge auf der Ladefläche normalerweise zu Schule?
Der Geograf betrachtet den Raum.

Welche Entwicklungschance hat eigentlich so eine Bergregion? Tourismus wird gerufen. Ja, das touristische Potential ist unzweifelbar vorhanden: unberührte Natur, spannenden Kultur, interessante Menschen. Aber schon wir mit unseren Mountainbikes hatten Mühe, dorthin zu kommen. Ohne eine Straßenanbindung und einer asphaltierten Straße sowie Übernachtungsmöglichkeiten wird es nicht gehen. Sonst kann man noch so schöne Broschüren drucken, wenn der Tourist nicht hinkommt, kann er auch kein Geld ausgeben und für Einkommen sorgen. Und dann wird die Abwanderung der jungen Leute aus den Bergdörfern weiter gehen.
Wir hatten eigentlich erwartet, dass man in den Dörfern auf dem Weg irgendwie übernachten kann. Aber es gab nichts. So mussten wir die steinige Strecke am Westhang wieder nach Borsch zurückfahren. Eigentlich schade, uns ist eine Nacht in den Bergen entgangen und den Bewohnern eine Einnahmemöglichkeit.

Mir wird deutlich, das die Entwicklung von dem Ausbau der Verkehrswege abhängt. Ohne Straßen gibt es keine touristische Entwicklung eines Raumes. Das Potential zur regionalen Vermarktung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ist zu gering, um an den europäischen Standard anzuknüpfen. Das Fazit ist also: asphaltierte Straßen müssen her. Das ist dann aber auch das Ende der schönen MTB-Trails, die wir gefahren sind.

Auch diesen Artikel aus England finde ich sehr interessant zum Thema „Gastfreundschaft in Albanien“:
Der südöstlichste Zipfel Albaniens. Auf dem Meer erheben sich die Berge von Korfu, Griechenland. Ksami, ein kleiner Badeort südlich von Sarandë, füllt sich am Sonntag mit Touristen. Die Westeuropäer kommen in ihren Wohnmobilen, die Ukrainer in dicken SUVs. Das toruistische Potential bietet noch viel Luft nach oben. Schön, dass die Hänge noch nicht mit Hotels vollgestellt sind. Dafür ragen viele Bauruinen in die Landschaft, die genauso zahlreich wie die intakten Hotels sind. Eingie Gerippe sind sogar mangels geeignetem Fundament seitlich abgekippt. Wieso reißt sie eigentlich keiner ab?
Jemand muss auf die Idee gekommen sein, einen Küsten-Flanierweg anzulegen. Leider sind nur die die Steinplatten schon halb abgefallen, die Lampenständer umgefallen und die Sitzbänke kaputt. Es scheint sich keiner richtig Gedanken zu machen, dass die Dinge, die man baut, auch unterhalten werden müssen.
Viele für unsere Ohren ungewohnte Sprachen sind zu hören. Die Nummernschilder der Autos sind ebenson exotisch. Rumänien, Kosovo, Polen, Ukraine, Bulgarien, Ungarn, Griechenland, Montenegro… Wo sind eigentlich die unvermeindlichen Holländer? Nicht zu sehen. Irgendwie scheint Europa immer noch in Ost und West geteilt zu sein. Wie kann man eigentlich diese Teilung aufheben? Reisen, Tourismus? Kann Tourismus für ein gegenseitiges Verständnis einen Beitrag leisen? Annähernd gleiche Lebensbedingungen überall in Europa? So wie es in Deutschland als Vorgabe für den Staat gilt und Grundlage für den Soli war Brauchen wir einen europäischen Solidarpakt? Wenn wir Europa mit den gleichen Kriterien entwickeln wollen wie wir sien in Deutschland anlegen, bräuchten wir diesen.

Butrint, eine Ausgrabungsstätte ganz im Süden Albaniens, bot uns eine besondere Zeitreise durch die Geschichte Europas. Ein kleiner Küstensee, der Butrintsee, ist nur durch einen kleinen Kanal vom ionischen Meer getrennt. Dadurch ergab sich eine kleine Halbinsel, die eine strategisch günstige Lage zur Kontrolle der Straße von korfu bot und gleichzeitig einen günstigen Ort für einen Hafen, der von den Stürmen des Meeres verschont bleibt. Aber dieser Ort wurde schon vor den geostrategischen Überlegungen in der Bronze- und Steinzeit besiedelt. Älteste Funde beweisen dieses.
In Butrint hinterließen zahlreiche Kulturen ihre Spuren, umgekehrt wurden sie aber auch von Butrint geprägt. So kommt Butrint in den Werken berühmter antiker Autoren vor, wie zum Beispiel bei Hekataios von Milet[1] oder in der Aeneis von Vergil. Als städtisches Zentrum einer weiten Region kam sie zu Reichtum und Macht, wovon die zahlreichen Profan- und Prachtbauten, Straßen und Festungsanlagen zählen. Durch die Kombination seiner ruhigen Umgebung an einer Lagune und seinen historischen Monumenten zog die Stadt auch Grand Touristen des 18. und 19. Jahrhunderts an, die sie als eine Landschaft mit Monumenten bezeichneten.[2]Unter anderem besuchte Edward Lear die historische Stätte, um sich von ihr inspirieren zu lassen.

Aber als Stadt wurde Butrint zurerst von ven Griechen ausgebaut, mit Theater, Bädern, Akropolis und Gymnasion. Die römische Kultur folgte, mit Wasserleitungen, Forum und tollen Fußbodenmosaiken. Sie bauten die Stadt vor allem flächenmäßig weiter aus, was neute Stadtmauern brachte. Der Aufstieg des Christentums brachten eine Basilika undeine taufkirche nach Butrint. Das Byzantische Reich konnte sich aber nicht halten, und nach vielen Herrschaftswechseln benutzte der Stadtstaat Venedig den Ort, um den Adriahandel abzusichern. Erst am Ende des 18. Jahrhunderts beendete Napoleon die Herrschaft der Venezier und Butrint fiel an das osmanische Reich. Im 19. Jahrhundert spiele die geostrategische Lage keine Rolle mehr und die Stadt wurde wieder ein Fischerdorf. Erst die ersten englischen Touristen interessierten sich wieder für das geschichtliche Erbe. Und in den 30er jahren des letzten Jahrhunderts fingen italienische Archäologen an, die Stadt wieder auszugraben. Heute kommen wieder die Touristen. Wir können als westliche Toruisten einen Ort besichtigen, der lange Zeit verschlossen war.
Aber noch lange ist nicht alles ausgegraben, Butrint hat noch nicht den Charme eines allglatten Gescichts-Freilichtmuseums. Man kann noch überall hingegen, sich alles anschauen. Wir können mit einem Rundgang über 3000 Jahre europäische Geschichte an einem Ort nachempfinden. Das ist schon etwas sehr besonderes.
Uns da stellt sich mir doch die Frage, wie geht die europäische Geschichte weiter? Wir haben den Ost-Welt-Konflikt überwunden, haben die osteuropäischen Länder in die EU aufgenommen. Wir künnen überall hinreisen. Aber plützlich wird überall die Frage nach dem Nationalen gestellt. Markus Söder das Ende des Multilaterismus einleitet. Aber ist die Sehnsucht nach dem Nationalen nicht eine Angst vor dem Modernisierungsschub, den wir erleben, der durch die Internationalisierung durch die Globalisierung und das Internet hervorgerufen wird?
Diese Fragen stelle ich mir, wenn ich durch die Ruinen von Butrint laufe. Es ist ein toller Ort, der Geschichte atmet. Aber Geschichte weist auch immer in die Zukunft. Und die Zukunft gestalten wir selber.
Eine lange Autoschlange, klapperige Modelle, meist mit Männern besetzt, die rauchen. Es geht nicht voran. Eine halbe Stunde für 10 Autos. Als ich meinen Pass und die grüne Versicherungskarte in das kleine Fensterchen halte, will der Uniformierte die Unterlagen gar nicht sehen. Warum habe ich hier so lange angestanden? Nach zehn Stunden Landstraßen-Geeiere durch Bosnien und Montenegro bin ich genervt. Aber immerhin weht die EU-Flagge an der Grenze. Noch 15km bis Shkoder.
Ich will K. am Flughafen in Tirana abholen. Hoffentlich klappt alles: Lek am Geldautomaten holen, eine prepaid-Karte besorgen, und die ungewissen Straßenverhältnisse meistern. Bei der Fahrt in die Stadt Shkoder mache ich schnell kehrt. Ich stelle lieber das Auto am Campingplatz ab und schnalle das Mountainbike vom Trailer ab. Zu chaotisch, zu stockend ist der Verkehr in Shkoder. Radfahrer auf uralten chinesischen Rädern, Eselskarren, undefinierbare Lastenmopeds und qualmende Mercedes-Diesel machen das Fahrt zum Abenteuer. Aber als Radfahrer wird man respektiert.
Albanien, (albanischunbestimmt: Shqipëri, bestimmt: Shqipëria), amtlich Republik Albanien (alb. Republika e Shqipërisë), ist ein Staat in Südosteuropa bzw. auf der Balkanhalbinsel. Das albanische Staatsgebiet grenzt im Norden an Montenegro und den Kosovo, im Osten an Mazedonien und im Süden an Griechenland. Die natürliche Westgrenze wird durch die Küsten des Adriatischen und des Ionischen Meeres gebildet, wodurch das Land zu den Anrainerstaaten des Mittelmeeres zählt. Die Hauptstadt und gleichzeitig größte Stadt des Landes ist Tirana.Albanien ist eine demokratisch verfasste parlamentarische Republik. Nach dem von den Vereinten Nationen erhobenen Index der menschlichen Entwicklung zählt Albanien zu den hoch entwickelten Staaten der Erde. Seit dem Ende des Kommunismus wurden bedeutende Schritte zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage erreicht. Albanien zählt allerdings immer noch zu den ärmsten Ländern in Europa.
Was sind meine ersten Eindrücke in diesem unbekannten Land?

Erste Station: Ohridsee im Osten des Landes. Der Ohridsee soll eines der ältesten Seen Europas, wenn nicht der Welt sein. Er ist tektonischen Ursprungs. Das wasser ist klar, morgens gibt es eine 1000m Trainingseinheit Schwimmen. Die am westufer verlaufende Straße ist niegel nagel neu. Die Bahnlinie ist stillgelegt. Der Zeltplatz ist mäßig gefüllt. Wir zelten auf der. Halbinsel Lin. Eine große Anlage mit vielen Liegen und großer Bar. Nur die Gäste fehlen. Hier besteht noch touristisches Potential.
Bei der Wanderung um die Halbinsel in das Dorf Lin fällt schon auf: in Albanien geht die Schere zwischen den Menschen mit Geld und den Armen schon stark ins Gewicht. Einige Albaner fahren große Autos, gehe essen, tragen modische Kleidung. Die Menschen in den Dörfern wirken sehr arm, besonders die alten Leute. Die Armut erkennt man auch an den fehlenden Zähnen.
Und der Müll: natürlich steht in allen Reiseführern, dass Albanien ein Müllproblem hat. Aber so schlimm haben wir es nicht erwartet. Es liegt wirklich überall Müll herum. Bei unserer Wanderung ins Dörfchen Lin waten wir kurz vor dem dorf durch den Müll, der wohl einfach „um die Ecke“ geworfen wurde. Es verlangt einige Anpassungs-Mühe, über die ganzen Plastikflaschen und Plastikmüll zu gehen. Im Dorf selber wird dann wieder eifrig die Straße gefegt.
100% österreichische Rohstoffe: Gösser-Bier am Abend. Ist das auch schon ein Symbol des Ende des Multilateralismus, der in der Achse München – Wien eingeläutet wurde? Ist es wichtig, dass ein Bier nur aus österreichischen Zutaten hergestellt ist? Ist österreichscher Hopfen besser als italienischer, slowenischer oder bayrischer? Dabei liegt Italien von Lienz aus gesehen viel dichter als die Steiermark.
Die Verwendung regionaler Produkte, die nicht sol viele Transportwege nötig haben, wäre doch viel sinnvoller. Ist der Multilateralismus, also das Gegenteil vom nationalstaatlichen, egoistischen Denken, wirklich am Ende? Auf dem Zeltplatz ist halb Europa versammelt. Angeführt von den Campingweltmeistern, den Holländern, finden sich zelte und Wohnmobile aus bestimmt zehn europäischen Ländern. Ich frage mich, warum ein Land wie Österreich, im Zentrums von Europa gelegen, so die Abschottung propagieren kann, wie in den letzten Monaten. Wieso kann sich ein Land, in das Halb Europa in die Ferien fährt, so einer sinnvollen europäischen Flüchtlings- und Migrationspolitik widersetzen?
Wenn ich so über den Zeltplatz gehe, sehe ich fast nur weltoffene Menschen, die sicher kein Interesse an eine Rückkehr zur Nationalstaatlichkeit gutheißen. Die Europa-Befürworter haben überall eine klare Mehrheit. Diese Mehrheit muss endlich mal den Mund aufmachen. Sollte die Zivilgesellschaft nicht zu einem europäischen. Migrationskongress einladen, um die Lösungen zu erarbeiten, zu dem die Politiker im Moment nicht fähig sind? Vielleicht sollte man diesen Kongress bewusst in Österreich durchführen.
Jetzt nehme ich aber noch einen Schluck Gösser-Bier.