67.4347 W; 23.2155 S
Einen Fünftausender besteigen? Wir Flachlandtiroler aus dem tiefen Hamburg? Ja, los, lass es uns probieren. Wir wissen nicht, was die Höhe mit uns machen wird. Kopfschmerzen? Schwindel? Tour abbrechen? Los, wir probieren es. Rein in die Agentur in der Caracoles in San Pedro, ja, wir sind schon seit einer Woche über 4000m unterwegs, also schon einigermaßen akklimatisiert. Unterschreiben, auf eigenes Risiko, Führer und Fourwheeldrive inklusive. Er hat auch eine Flasche Sauerstoff dabei. Der Láskar soll es sein, der noch aktive Vulkan in Nordchile. 2007 ist er zuletzt ausgebrochen.
Die Aktivität begann zunächst im östlichen Teil und verlagerte sich später auf den westlichen Teil des Vulkans. Dort fand vor ca. 26.500 Jahren die bisher stärkste Eruption statt. Nach einem weiteren großen Ausbruch vor 9.000 Jahren, verlagerte sich die Aktivität wieder zurück nach Osten. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es Aufzeichnungen über kleinere bis mittelstarke Eruptionen des Vulkans, die relativ oft stattfanden. Es sind aber auch einige große Eruptionen nachgewiesen, die Aschenfall bis in Hunderte von Kilometern Entfernung verursachten. Sein stärkster neuzeitlicher Ausbruch fand 1993 statt, wobei Asche auch in Buenos Aires fiel.
Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Láscar

Um fünf werden wir abgeholt. Zwei Stunden Fahrt nach Süden. Der Toyota steigt immer höher, gleichzeitig fällt die Temperaturanzeige. Plötzlich steht ein Minuszeichen vor der Zahl 1. Will noch jemand auf dei baños del Inca? Wir steigen aus, es ist bitterkalt. Frühstück bei minus acht Grad. Zum Glück geht jetzt im Osten die Sonne auf, während im Westen der Vollmond am Berghorizont verschwindet.
Jetzt noch bis knapp 5000m im Toyota hochfahren, dann geht es los.

Ein US-amerikanische Paar und Matteo aus Sizilien begleiten uns. Die ersten Schritte, sofort kommt der Schwindel und die Kopfschmerzen. Aber sie lassen schnell wieder nach. Unser Führer geht sehr langsam die zick-zack Spur nach oben hoch.

Langsam haben wir unseren Tritt gefunden. Es geht besser als erwartet. Ich kann sogar im Gehen mit Matteo klönen. Zwischendurch kommen immer wieder die Schwindelanfälle, aber sie gehen auch wieder weg. Das Farbenspiel der immer höher steigenden Sonne ist beeindruckend. Je höher wir kommen, desto mehr farbige Berge sind zu sehen. In der Ferne erscheint der Ojo de Salado.

Nach zweieinhalb Stunden wird der Weg flacher und der Sattel zwischen zwei Anhöhen wird sichtbar. Bald ist deutlich dass sich dahinter der Vulkan-Krater befindet. Man sieht die typischen Dämpfe aufsteigen. der Krater befindet sich nicht am höchsten Punkt des Vulkans. Wir gelangen zum Sattel und dahinter tut sich ein riesiges Loch auf. Gelbe Schwefel-Dämpfe steigen auf, überall dampft es.

Der Krater ist aber noch nicht der Gipfel. Unser Bergführer fragt nach unserem Befinden, alle nicken. also geht es noch 200m hinauf, jetzt doch deutlich steiler. Und endlich sind wir oben. Der Höhenmesser zeigt 5599m an. Unser erster Fünftausender ist geschafft.


Wie man auf dem Bild sieht, war es doch sehr frisch in dieser Höhe. Mehrere Lagen Kleidung und die bewährte Daunenjacke waren doch sehr nützlich.
Der Vulkan wird durch seismische Messinstrumente überwacht, weil ein Ausbruch immer wieder möglich ist.

Der Abstieg scheint dann ganz leicht zu sein. Beim Auto angekommen, macht sich doch eine große Erschöpfung breit. Und eine anscheinend starke Gehirn-Aktivität. Im Auto entwickelt sich eine engagierte Diskussion um den US-Präsidenten. Ist dass die Gipfel-Euphorie? Auf jeden Fall sind wir sehr glücklich über die Besteigung und über die besonderen Ausblicke.
































