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von der Wüste und den Vulkanen in die schräge Hafenstadt am Pazifik.
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von der Wüste und den Vulkanen in die schräge Hafenstadt am Pazifik.
Zum Glück rollen die zehn weihnachtlich geschmückten Käfer rechtzeitig auf der Weihnachtsparade in La Paz los. Sie sind die letzte Abteilung der seit drei Stunden sich durch die engen Straßen der Stadt wälzende Parade aus Trucks, Musikgruppen und Motivwagen mit DJs. Der Platz auf der Straße ist wieder frei für unseren Nachtbus nach Uyuni.

Morgens um sechs werden wir geweckt. Der Bus verläßt die asphaltierte Straße und rumpelt auf eine Anhöhe hinauf. Der Blick schweift über eine endlose flache Pampa, mit einem schneebedeckten Vulkan im Hintergrund. Ein zweiter Bus rollt neben unseren, das Personal stellt sich stolz vor ihren Fahrzeugen auf und läßt sich im frühen warmen Licht fotografieren.
In Uyuni startet unsere dreitägige Tour durch die weltgrößte Salzfläche und die angrenzende Bergwüste an der Grenze zwischen Bolivien und Chile. Drei Tage im Nissan fourwheeldrive, zu siebent auf schmalen Sitzen eingezwängt durch eine überwältigenden Landschaft rumpeln.

Nach dem Stop bei dem Touristenmarkt geht es hinaus in die Salzwüste. Plötzlich ist alles weiß um uns herum, die Sonne ist so gleißend, dass man nicht die Sonnenbrille abnehmen kann. An einigen Stellen blubbert kaltes Wasser aus Löchern hervor. Der Salar wird nach wie vor aus den umliegenden Bergen mit Wasser gespeist. Das Wasser fließt unter dem Salz und tritt an einigen Stellen nach oben.
Entstanden ist der Salar de Uyuni vor ca. 10.000 Jahren, als sich durch starke Regenfälle in den abflusslosen Becken zwischen den Gebirgszügen ein riesiger See bildete. In den folgenden Warmzeiten trocknete der See aus und hinterließ das im Wasser gelöste Salz auf einer gewaltigen Fläche von 110 x 140 Kilometern. Das Ende der Salzfläche ist nur durch die am Horizont im Dunst zu erkennenden Vulkane abzuschätzen.

Während unsere Mitfahrer die typischen Perspektiven-Fotos machen, gehen wir los in Richtung Isla Inkahuasi, ca. fünf Kilometer entfernt. Nur geradeaus, nur das gleißende weiß um uns herum, kein Baum, kein Tier, kein grün. Nur der Wind bringt etwas Geräusche, und die vorbeifahrenden Geländewagen. Eine ganz besondere Wandererfahrung. Man hat kaum das Gefühl, voran zukommen. Die anvisierte Insel im Salz wird kaum größer. Unser Fahrer Fausto wollte uns wieder einsammeln, ein kurzer Gedanke befällt mich: was tun, wenn er uns nicht einholt? Schnell diesen Gedanken wieder verwerfen.


Wir erreichen die Insel Inkahuasi. Fausto hat uns natürlich wieder eingesammelt. 6000 Kakteen stehen wie große Stecken auf der kleinen Insel verteilt. Der Wind fegt in Orkanstärke über die Insel, die Kälte fordert die gesamte Kleidung heraus. Die Kakteen schwanken gelassen im Wind. Die Insel liegt fast genau im Zentrum des Salzsees. Daher hat sie auch mythische Bedeutung, oben auf dem höchsten Punkt liegt ein Podest für die Rituale. Nachdem es am nachmittag noch 40 Grad waren, ließ der Wind und die Wolken die Temperatur rapide fallen, so dass die Daunenjacken zum Einsatz kamen.

Unser Weg geht schnurgerade nach Süden weiter. Nach Sonnenuntergang verlassen wir die Salzwüste und unser Geländewagen fährt auf einer normalen Piste weiter. Erst nach Einbruch der Dunkelheit erreichten wir San Juan, wo unsere Unterkunft liegt: ein Salzhotel.

Der nächste Morgen beleuchten die herumstehenden Vulkane mit gleißender Sonne. Der in der Nacht gefallene Schnee leuchte hell von den Berggipfeln herab.

Zwischen unzähligen Vulkanen fahren wir in Richtung chilenischer Grenze. Immer wieder halten wir zum Fotografieren an. Die Piste ist nur für einen vierrad angetriebenen Auto machbar. Wie bewegen uns jetzt nur noch über viertausend Höhenmetern.
Nach einem weiteren Hügel, der von unserem Nissan erklommen wird, erreichen wir die erste Lagune mit Flamingos. Sie scheinen sich an den Touristen nicht zu stören, und gründeln weiter mit ihren Schnäbeln im seichten Gewässer nach ihrem Futter. Drei verschiedene Arten von Flamingos leben an diesen Lagunen: der große andinische Flamingo, der chilenische Flamingo und Flamingo de James ganz majestätisch stehen sie in dem grünen Wasser vor dem weißen Salz. An einem dieser Lagunen essen wir mittag, sicher eines der schönsten Plätze für ein Mittagessen.

Wir schrauben uns über endlose Hochebenen immer weiter nach oben. Jetzt verschwinden auch die letzten Grasbüschel, die uns bisher immer begleitet haben. Nur graues, manchmal auch buntes Gestein begleitet uns. Der Schnee der Bergspitzen ist jetzt am Nachmittags abgeschmolzen. Wir erreichen mit über 4800m unseren höchsten Punkt der Tour. Ein atemberaubender Rundblick über die westliche Cordillera bietet sich uns. Alle Brauntöne sind vorhanden, man erkennt die Abflüsse der Regenmassen, die in der Regenzeit in Tal fließen. Der Wind bläst unbarmherzig über die Hochebene. Wie ein Sandstrahlgebläse arbeitet er am Gestein. Die tollsten Formen hat er am arbol de piedra geschaffen, einen Steinklotz, der wie ein steinernder Baum geschliffen wurde.

Der letzte Höhepunkt des Tages ist die laguna colorosa die wir gegen Abend erreichen. Neben dem weißen Salz dieser Lagune färben Bakterien das Wasser dieser Lagune rot und grün. Dazwischen wieder tausende Flamingos. Ein toller Anblick.

An dieser Lagune kommen wir auch an unserer zweiten Unterkunft an: ein kleines Campamento inmitten schwarzen Vulkangesteins am Fuße des Cerro Negro. Nach Sonnenuntergang wird es bitterkalt. Der Mond steht so hell am Himmel, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Am morgen um fünf Uhr früh, als er untergegangen ist, steht die Milchstaße deutlich sichtbar über uns. Einen Anblick, denn wir in Europa nur noch selten haben.
Der dritte Morgen startet früh: 4 Uhr Wecker klingeln, 4.30 Frühstücken, 5 Uhr Abfahrt. Eine weiße Leuchtspur zieht sich durch die schwarze Dunkelheit dei Berge hoch: Alle Geländewagen starten so früh. Das Ziel: die Geysirfelder von sol de mañana vor Sonnenaufgang kann man die weißen Dampfsäulen am besten sehen. Die im Berg eingeschlossene Magmakammer erhitzt das Wasser und drückt es nach oben. Blubbernde Schlammtöpfe, pfeifende Dampflöcher und das Gefühl von Dampfsauna. Waren oben beim ersten Fotostop noch -5 Grad, wird es hier mit dem 200 Grad heißen Dampf deutlich wärmer. Und die aufgehende Sonne präsentiert uns eine besonderes Farbenspiel.

Eine halbe Stunde später sitzen wir in heißen Becken, 38 Grad warm. Bei 15 Grad Außentemperatur überblicken wir aus dem heißen Thermalbad eine schöne Lagune und beobachten das morgendliche Farbenspiel.

Der letzte Fotostop liegt an der grünen Lagune. Der schöne Kegel des Liancancabur markiert den westlichen Rand der Anden. Dahinter beginnt die Atacamawüste in Chile. Oben auf dem Pass steht eine einfache Hütte, wo es den Ausreisestempel aus Bolivien gibt, wenn man die 15 Bolivanos Ausreisesteuer bezahlt, ohne Quittung und einfach in der Schublade verschwunden. Der Kampf gegen die Korruption hat diesen entlegenen Andenwinkel noch nich erreicht.

Chile erkennt man daran, dass eine ordentliche Asphaltstraße beginnt.
Weihnachtsparade in La Paz am 19.12. 18



Quelle: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bolivienhttps://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/boliviens-praesident-evo-morales-darf-fuer-praesidentschaft-kandidieren-15925623.html

Ende der 70er Jahre wurde im Rio Madre de Dios Gold gefunden. Da der Fluss aus den Anden kommt, werden jedes Jahr, besonders in der Regenzeit, große Mengen Gold aus dem Gestein der Anden in die Selva geschwemmt. Das Gold lagert sich in den Flusssedimenten ab.
Das Gold wird nun einerseits mit großen Baggern lizensiert aus dem Fluss geholt, und andererseits von illegalen Golduchern, z.T. mit einfachsten Mitteln und Sieben gewonnen. Durch den illegalen Abbau sind dem Peruanischen Staat ca. 50 Millionen Soles Steuereinnahmen entgangen. Dem Goldabbau sind schon 18.000ha Regenwald zum Oprer gefallen (1).
Für die Gewinnung des Goldes wird das Amalgamverfahren, bei dem große Mengen Quecksilber in die Umwelt gelangt, angewendet. Jährlich werden rund 450t Quecksilber verwendet, dass sich in der Nahrungskette, v.a. in den Fischen, anreichert.
Beim Amalgamverfahren wird die Legierungsbildung zwischen Gold und Quecksilber zu Amalgam genutzt. Zur Goldgewinnung und -reinigung werden goldhaltige Sande und Schlämme intensiv mit Quecksilber vermischt. Das Gold, aber auch eventuell andere vorhandene gediegene Metalle wie Silber lösen sich dabei im Quecksilber. Goldamalgam hat eine silberne Farbe; je nachdem, wie viel Quecksilber im Überschuss vorliegt, ist es flüssig bis pastös teigig und der Schmelzpunkt der Legierung ist geringer. Amalgam und Quecksilber sammeln sich wegen der hohen Dichte am Gefäßgrund, das Quecksilber fließt ab. Durch Erhitzen des Amalgams (wie bei Feuervergoldung detailliert beschrieben) verdampft das Quecksilber und zurück bleibt kompaktes Rohgold.
(2) https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gold#Amalgamverfahren


Centro de Innovación Científica Amazónica
Die Untersuchung hat ergeben, dass in den Minengebieten der Fisch 43% höher mit Quecksilber belastet ist als in nicht vom Goldabbau betroffenen Gebieten.
Die Anreicherung des Quecksilbers ist in allen untersuchten Orten nachweisbar. besonders bei den Fleisch fressenden Fischen überschreitet er deutlich den Grenzwert. Bei den allesfressenden und pflanzenfressenden Fischarten lag er niedriger.
Der Verzehr besonders von fleischfressenden Fischen birgt ein besonderes Risiko für den Menschen (3).
Vor Ort wird mir immer wieder gesagt, dass die Goldschürfer die Polizei besticht und deutlich besser bezahlt, als der Staat. Auch punktuelle Aktionen des Staates wie die Zerstörung von Baggern führt immer wieder zu Protesten (1). Obwohl Grenzwerte überschritte werden, Gold ohne Lizenz geschürft wird und Schutzgebiete missachtet wreden, bleibt die regulierende Staatsmacht aufgrund der allgegenwärtigen Kurruption tatenlos. Das Gebäude der staatlichen Regionaldirektion für Minen wirkt auch entsprechend mickerig.
(1) vgl.: Herrmann, Frank: Peru, Reisehandbuch, Ostfildern, 2018; S. 287
(2) https://de.m.wikipedia.org/wiki/Gold#Amalgamverfahren
(3) CINCIA, Centro de Innovación Científica Amazónica: Mercurio in Pesces, Bröschüre Resumen de Investigacion, Puerto Maldonado, 2018, CC by-nc-nd 4.0


Wer zu Fuß geht, lebt gefährlich.
Fußweg in Puerto Maldonado.

Ein Todarm des Rio Madre del Dios hat den See Sandoval hinterlassen. Der Fluss hat den kürzeren Weg genommen und die bisherige Schleife, die durch das geringe Gefälle bisher das Flussbett gebildet hat, als See zurückgelassen. Dadurch hat sich ein eigenartiges Ökotop gebildet, dass unter Naturschutz gestellt wurde. Den Lago Sandoval habe ich am 26.11.2018 mit einem Führer besucht und war beeindruckt von dem Reichtum an Vögeln, Tieren und Pflanzen.






Von 3000 auf 200.
Höhenmeter
Die Flaschen sind alle zusammengezogen. Der Druck von außen ist so groß geworden, dass er sie zusammenquetscht. Mit einem lauten „pffft“ strömt die heiße Luft des Amazonas-Tieflandes in die Flaschen hinein und entlässt sie wieder in ihre normale Form. Ich bin von Cusco nach Puerto Maldonado geflogen.
Ich steige vor der Anaconda-Lounge aus dem Taxi. Klingeln. Mit einem Klack öffnet sich das Tor. Vor mir ein rot-schlammiger Weg durch einen tropischen Garten. Wohin komme ich hier?
Ich werde von einer thailändschen Frau empfangen und zu einer Hütte geführt. Die Anaconda-Lodge soll für 6 Tage meine Bleibe im Amazonas-Tiefland sein.
http://www.anacondajunglelodge.com/index.html
Puerto Maldonado ist eines der östlichsten Vorposten der peruanischen Zivilisation. Die bolivianische Grenze ist nur ca. 50km entfernt, jedoch nur per Boot zu erreichen. Nach Osten gibt es erstmal nur hunderte Kilometer grüne Fläche. Es liegt am Zufluss des Tambopata in den Rio Madre die Dios, der östlich von Manaus in den Amazonas mündet.
Erst standen hier nur ein paar Palmblätter bedeckte Hütten, aber über das Projekt der transkontinentalen Straßenverbindung zwischen dem Pazifik und dem Atlantik, zwischen Peru und Brasilien, wurde über den Rio Madre de Dios eine Brücke gebaut. Die Straße sollte einen Alternative zum Panamakanal bieten. Seitdem ist Puerto Maldonado an das Kernland Perus angebunden und hat einen großen Bevölkerungszuwachs verzeichnet.
Das Naturschutzgebiet Tambopata ist eines der letzten großen Primärwälder des feuchttropischen Gürtels der Erde. Zunehmend besuchen Touristen das Gebiet, wodurch sich viele sogenannte Lodges am Fluss angesiedelt haben. Für mich ist das Gefühl faszinierend, über den Fluss in Richtung Osten zu blicken mit dem Gefühl, dass dort viele hundert Kilometer Regenwald ohne jede Besiedelung liegen.


Neben dem klassischen Inka-Trail entwickelt sich der Salkantay-Trek zu der beliebten Alternative, zu Fuß zum Macchu Picchu zu kommen. Diesen Trail habe ich über fünf Tage in der letzten Woche absolviert.

Morgens ging es um halb sechs in der Frühe mit einem Kleinbus nach Mollepata, wo es Frühstück gab. anschließend fuhren wir nur noch über eine Piste immer bergauf bis nach Soraypampa, einer flachen Ebene in den steilen Tälern. Hier war großer Trubel, überall wurde gebaut, aber nur weniges war fertig. Man war sich anscheinend über das touristische Potential der Berge bewusst. So stiefelten auch viele peruanische Tagesausflügler in leichter Kleidung und zum Teil mit lauten Bassboxen am Rucksack hinauf zur Lagune des Humantay auf 4250m Höhe.

Auch hier war der Geltscherrückgang wieder deutlich zu sehen, nur noch wenige Eiszungen ragten vom Berg herunter. Trotzdem war der Blick über die Lagune beeindruckend. Weil der schmale Platz an der Spitze des Sees mit hunderten andeen Touristen geteilt werden musste, kletterten wir die linke Seitenmoräne hoch, von wo aus sich ein noch beeindruckender Blick bot.
Nach dem Rückweg nach Soraypamapa bogen wir bergauf ab, während die Tagestouristen zu ihren Bussen an den Parkplätzen talabwärts mussten. Jetzt kehrte etwas mehr Ruhe ein und wir erreichtn nach kurzer Wanderung unseren Zeltplatz Quiswarniyoc. Am Nachmittag riss es noch etwas auf und wir hatten auf dem Aussichtspunkt kurz oberhalb des Zeltplatzes noch einen imposanten Blick auf den Nevado Salkantay.

Nebelig fünf Uhr morgens.
Nach dem Koka-Tee und Frühstück stapfen wir los ins grau. Auf dem ersten Plateau zückt Juan, unser Guide, ein Fläschchen mit Zuckerrohrschnaps. Alle stellen sich im Kreis auf und er schüttet jedem ein paar Tropfen in die Hände. Gemeinsam klatschen wir die Hande, der Schnaps spritzt und wir atmen dann die Alkoholdämpfe ein. Juan verspricht uns, dass jetzt das Wetter besser werde und wir Kondore und den Salkantay sehen werden.
Über zwei weiteren Stufen geht es weiter hoch auf den 4630m hohen Pass Abra des Salkantay.

Alles Götter-Anbeten hat nichts genutzt, wir stehen weiterhin im Grau, dazu weht ein kalter Wind die Wolken aus dem Tal über den Pass. In der Ferne hören wie die Lawinen vom Salkantay herunterschlagen, aber sehen können wir nichts. Also den Abstieg beginnen und ins Tal zum nächsten Zeltplatz Chawllay. Regenzeug an und hinab zum Mittagessen. Plötzlich lassen wir die Wolkendecke über uns und rechts von uns breitet sich ein üppig grünes Tal aus, an dessen Grund ein rauschender Fluss sich hinzog. Wir mussten das Regenzeug ausziehen, um nicht total ins Schwitzen zu kommen. Wir waren über den Pass in eine andere Vegetationszone gelangt. Um uns herum war nun alles grün und nass, die Pflanzen üppig nach der kargen Vegetation beim Aufstieg.
Auf 2900m erreichten wir unseren Zeltplatz an einer beeindruckenden Kreuzung von vier Tälern.

Jetzt ging es nur noch abwärts, und es wurde immer wärmer. Schmetterlinge begleiteten uns auf einem tollen Pfad durch das Tal des Rio Sacsara. Ab Playa Sahuayacco ging es mit einem Minibus auf atemberaubender Piste weiter, den Fluss auf ein Paar alten Bohlen überwindend. Der Vorderreifen unseres Bus gab dann auch bald auf und ließ seine Luft raus. Der Fahrer wechselte den Reifen mit erstaunlicher Routine unter den kritischen Augen der Gruppe.

In Santa Teresa war unser dritter Schlafplatz. Mittlerweile war es richtig tropisch warm. Den Nachmittag verbrachten wir im strömenden Regen in den aguas calientes, de heißen Quellen von Santa Teresa. Am Abend war Party geplant, schnell gab es Runden von Tequila und komische Party-Spielchen, die man von Skireisen kennt.

Der Tag sollte uns nach Llactapata bringen, von wo aus man das erste Mal Macchu Picchu erblicken kann. Nur am morgen war es klar, so dass wir die 700m Aufstieg in einem flotten Tempo absolvieren mussten. Dabei musste ich meinen ganzen Ehrgeiz herausholen, um mit den jungen Leuten in meiner Gruppe, die meist nur halb so alt waren wie ich, mithalten zu können. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt, wir hatten einen tollen Blick auf Macchu Picchu, wenn auch in großer Entfernung. Der Weg verlief weite Teile auf dem alten Inka-Pfad, und wir erfuhren vieles über die Inkakultur von Juan.

Dann ging es wieder 810m nach unten nach Hidroelectrica, einer kleinen Siedlung bür den Bahnhof und das Elektrizitätswerk. Von hier aus ging es eben an den Bahngleisen entlang zehn Kilometer nach Aguas Calientes. Die Höhenmeter und das Tempo steckte mir aber in den Knochen. trotzdem war der Marsch durch das Tal des Urubamba und die üppige Vegetatation ein Erlebnis. Nach den insgesamt 27km des Tages waren alle ziemlich kaputt.
Der Wecker klingelt um halb vier. Abmarsch um vier, um sich um halb fünf in die Schlange am ersten Kontrollposten an der Brücke über den Urubamba einzureihen. Wir waren dann auch die ersten in der Schlange. Wenn man früh nach Macchu Picchu kommt, kann man Fotos in der ersten Morgensonne ohne die Touristenmasseb machen. Und so war es denn auch: nach dem Aufstieg über mehr als tausend Treppenstufen wurden wir ab sechs Uhr früh eingelassen, und wie auf Bestellung kam die Sonne hinter dem Berg hervor und beleuchtete das Heiligtum in warmen Licht.

Ich habe ja im Vorfeld überlegt, ob ich eigentlich nach Macchu Picchu muss, wo doch die ganzen Touristen-Massen hinwälzen. Ich muss aber sagen, es hat sich gelohnt. Die Lage der Ruinen ist wirklich einmalig, die Berge der Umgebung haben schon etwas magisches.
So wollten einige von uns noch auf den 3060m hohen Macchu Picchu Mountain mit 2780Treppenstufen. Das war richtig hart, sie liefen fast senkrecht den Berg hoch, in einer Steilheit, die kein Bergpfad erreicht. Als wir nach ca. 2 Stunden den Gipfel erschöpft erreichten, hatten wir nur: Wolken. Der erhoffte Blick blieb uns verwehrt. Trotzdem gab es beim Abstieg noch ein paar schönem Blicke in das Urubambatal und auf die Ruinen. Wir waren aber richtig erschöpft von den Tagen auf dem Trek. Fast 90km lagen hinter uns, und das frühe Aufstehen ließ uns die Augenlider zufallen.
Um 18 Uhr saßen wir im Zug nach Ollantaytambo. Zum Glück konnten wir im Hostal vorher noch duschen, die Kleidung war komplett durchgeschwitzt. Um 22 Uhr waren wir wieder in Cusco.
Der Salkantay-Trek war eine tolle Erfahrung. Der Weg war super vielfältig und führte durch ganz verschiedene Landschaften und Klimazonen. Die Organisation durch die Agentur Macchu Picchu Reservations war super und vor allem die Führung durch den Guide Juan kompetent und lustig. Und wenn es mal nicht so lief, halfen seine Kokablätter.
