Reuters-Journalisten in Myanmar kommen frei

Im März habe ich während meiner Reise durch Myanmar über die Menschenrechtsverletzungen und der Bedrohung der freien Berichterstattung in dem Land berichtet. Dabei habe ich auch über die Inhaftierung und die Verurteilung der beiden Reuters-Journalisten You Wa Lone und Kyaw Soe Oo geschrieben. Beide sind in diesen Tagen im Rahmen der Neujahrsamnestie in Myanmar freigelassen worden. Darüber freue ich mich wirklich sehr und gibt vielleicht etwas Hoffnung auf eine Demokratisierung in Myanmar.

http://www.tagesschau.de/ausland/myanmar-journalisten-103.html

Über den Atlantik

Als Geograf schaut man auf den Raum, blickt auf die verschiedenen Elemente, die in dem Raum zu entdecken sind, auf natürliche und menschlich gemachte Dinge, beleuchtet die Beziehungen und Wechselwirkungen untereinander, versucht diese Beziehungen in einem System zu beschreiben.

Am Dienstag, den 02. Oktober schreite ich durch das berühmte Hamburger „Tor zur Welt“, den Flughafen, um nach Lima in Peru zu fliegen. Ein ganz schön großer Raum, den ich dabei überbrücken werde. Als ich mich fragte, was dieser große Raum ausmacht, stieß ich bei der morgendlichen Zeitungslektüre gleich auf zwei Artikel, der die Beziehung von Hamburg und Peru deutlich machte.

Peru ist Der zweitgrößte Kupferproduzent der Welt. Während bei uns im hambacher Forst gegen den Braunkohleabbau protestiert wird, kämpft die Bevölkerung in Las Bambas in Süd-Peru gegen die lebensbedrohlichen Auswirkungen einer Kupfermine.  Die Regierung reagiert mit der Ausrufung des Ausnahmezustandes für die Region, um die Proteste zu unterbinden. Das Kupferkonzentrat wird vom Hafen Matarania unter anderm zur Kupferhütte  Aurubis nach Hamburg verschifft. Als Entwicklungsland hat Peru nicht die industrielle Kapazität, selber Kupfer herzustellen, sondern bleibt auf dem Status eines Rohstofflieferanten. Aurubis sagt zwar offiziell, sich für die Einhaltung der weltweiten Umwelt- und Sozialstandards einzusetzen. Aber praktisch scheint wenig zu passieren. Der Artikel Bergbau unter Ausnahmezustand: https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5534542&s=Aurubis/

Dazu passt ein zweiter Artikel, in dem über die Verhandlungen zu einem UN-Abkommen für die menschenrechtliche Regulierung der weltweiten Wirtschaft berichtet wird: https://www.taz.de/Archiv-Suche/!5540430&s=UN%2BAbkommen%2BMenschenrechteU

Diese Verhandlungen stocken – weil Deutschland und die EU mit Verfahrenstricks die Prozesse verzögern. Wie kann das sein? Deutschland, das Land, dass sich immer verbal für die Durchsetzung von Menschenrechten weltweit einsetzt? Ich dachte immer, dass Deutschland in diesen Fragen auf der Seite der „Guten“ steht. In meinem Politik- und Geografieunterricht wird immer die Ungerechtigkeit bei den Menschenrechtsstandards thematisiert. Aus der Deutschen Sicht schien es immer so, dass autokratische Regierungen die Menschenrechtsverbesserungen verhindern. Aber auch Deutschland scheint alles zu tun, dass sich die Lage der Menschenrechte weltweit nicht bessert. Frustrierend.

Aber mir wird deutlich, welche Beziehungen in dem großen Raum zwischen Hamburg und Peru, mit dem großen Atlantik dazwischen, wichtig sind. Ich werde die Augen dazu aufhalten.

Beitragsbild von pixabay.com: Kupfer für unsere Stromleitungen