Geograf unterwegs

Drei Wochen ist es nun alt, mein Sabbatjahr 18/19. Ein Jahr nicht zur Schule gehen! Noch habe ich das gar nicht richtig realisiert. Die letzten Wochen waren damit gefüllt, Schreibtisch und Büro aufzuräumen und die Dinge am Haus zu tun, die schon länger gemacht werden mussten.

Zwei Dinge sind jedoch schon anders: Ich bin nicht gleich am Beginn der Ferien in den Urlaub aufgebrochen, sondern genieße das leere Hamburg. Und: es ist unverschämt heiß, ein Jahrhundertsommer in Norddeutschland, der ein ganz neues, ungewohntes Lebensgefühl hinterlässt.

Dieses kommende Jahr wird dem Reisen gewidmet sein. Deshalb hat diese Seite auch den Namen „unterwegs“. Sie als „Geograf unterwegs“ zu benennen, hat mich einige Überlegungen gekostet. Vor einigen Jahren hätte ich mich nicht als Geograf bezeichnet. Jedoch sein einiger Zeit empfinde ich den ganzheitlichen, systemischen Blick auf den Raum, den ich bereisen will, als eine gute Haltung, die Welt zu erfahren. Das passt zu der zweijährigen systemischen Beraterausbildung, die ich im Juli beendet habe und deren Sichtweisen ich mit auf meine Reisen nehmen will.

Seit sechs Jahren habe ich mit meinen Schülern im Geografie/PGW-Profil viel über globale Probleme, raumwirksame Prozesse, Globalisierung, Disparitäten und Ökosysteme gearbeitet. Nun will ich es auf Reisen selber ausprobieren und sehen, wo und wie der Stand der Welt ist. Ich will nicht als Wissenschaftler unterwegs sein, sondern als Reisender und Beobachter. Deshalb schreibe ich auch Geografie mit „f“. Aber als Beobachter will ich die Dinge, die ich sehen werde, in Zusammenhänge einordnen, nach Systemstrukturen suchen und mit globale Verhältnissen abgleichen.

Diese Suche ist aber auch eine Suche nach dem Stand mit mir selbst. Wo stehe ich selber nach 27 Jahren Lehrertätigkeit, beendeter Erziehungsarbeit mit den eigenen Kindern, in einer sich entwickelnden Beziehung, als systemischer Berater, als Mensch mit 58 Jahren Lebenserfahrung? Es wird ein spannendes Jahr.

Wer Lust hat, mich bei dieser Reise zu begleiten, folge bitte meinem Blog. Die erste große Reise wird nach Südeuropa, nach Albanien gehen. Es ist ein unbekanntes, geheimnisvolles, geschichtsträchtiges Land. Ein europäisches Land, dass sich doch über viele Jahrzehnte so stark abgeschottet hat, dass viele Entwicklungen vorbei gegangen sind. Ich bin gespannt, was uns erwartet.

2 Gedanken zu „Geograf unterwegs

  1. Ja, bin auch gespannt. Habe selbst in 2 Sabbat Jahren Südamerika ausführlich bereist und will jetzt (ab 20.11.)wieder hin. Mal schauen, ob ich hier auch noch n paar Tipps kriege ( der übers hostal in Cajamarca ist schon gespeichert)

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